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Dafür kann ich mich erwärmen

Dafür kann ich mich erwärmen 

Die einen lieben es in der Sauna - die anderen verstehen nicht, warum sie nackt mit Fremden in einer Holzzelle hocken sollten. Aus gesundheitlicher Sicht gibt aber es durchaus Argumente für die Schwitzkur. 

 

Finnland hat fünf Millionen Einwohner und knapp eine Million Saunen. Dort ist das wöchentliche Schwitzen so normal wie das tägliche Zähneputzen. Seit rund 2500 Jahren nutzen die Skandinavier die Sauna zur Körperreinigung und Erholung. "Wir Deutsche holen langsam, aber sicher auf, inzwischen sind wir auch ein "Saunaland"

 

Durch die hohen Temperaturen von bis zu hundert Grad steigt die Hauttemperatur auf bis zu 40 Grad an, die Körperkerntemperatur erhöht sich um ein bis zwei Grad, der Blutfluss in der Haut verdoppelt sich - daher kommt auch die rosige Farbe. Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt. Das Herz muss nun volle Arbeit leisten und schlägt kräftiger und schneller, die Atmung steigt.

Mit oder ohne Aufguss? 

Die Hitze wirkt auf den Körper wie ein moderates Sportprogramm. Um abzukühlen, fängt der Körper an zu schwitzen. Gleichzeitig entspannen die Muskeln- eine Wohltat nach jedem Training:  Ein Aufguss erhöht den Hitzestress kurzzeitig. Er ist aber für die meisten erwünschten Wirkungen der Sauna nicht nötig und tut allenfalls den Atemwegen gut. 

Nach circa 10 bis 20 Minuten Schwitzen folgt die Abkühlung, zunächst durch kühlere Luft, dann durch kaltes Wasser. Die Blutgefäße ziehen sich schlagartig zusammen, der Blutdruck steigt und der Körper schaltet kurzzeitig auf Alarm. Adrenalin und weitere Hormone werden ausgeschüttet und machen den Saunagänger wieder putzmunter. 

Nach dieser Phase entspannt man auf einer Liege. Das Herz schlägt kräftig und langsam, die Haut fühlt sich wohlig und geschmeidig an. Ein solcher Saunagang wird idealerweise dreimal hintereinander wiederholt, und das ein bis zweimal pro Woche. Erst durch die regelmäßige Anwendung - auch im Sommer! - profitiert der Körper von den Vorteilen des Saunierens. 

Schwitzen gegen Falten? 

Durch das Gefäßtraining sinkt der Blutdruck, die Thermoregulation verbessert sich, das Herz pumpt effektiver. 

Die Haut wirkt nach einem Saunagang jung und frisch: Durch die vermehrte Durchblutung werden Schadstoffe schneller abtransportiert. Zudem kann sie mehr Feuchtigkeit speichern, was der Faltenbildung entgegenwirkt. Das Schwitzen verstärkt die natürliche Schutzbarriere der Haut. 

Die Atemwege profitieren ebenfalls von regelmäßigen Saunagängen, deshalb kann die Schwitzkur Asthmatikern und Menschen, die unter einer chronischen Bronchitis leiden, etwas Linderung verschaffen.

Für manche gilt Sauna-Verbot 

"Menschen, die an Arthrose oder chronischen Rückenschmerzen leiden, berichten über eine Besserung". "Ferner beeinflusst Sauna auch den Schlaf und die Stimmung. So kann sie beispielsweise bei milder Depression helfen."

Nur in wenigen Fällen wird vom Saunieren abgeraten. Verboten ist es bei eine Erkältung frischen Wunden und nach Alkoholkonsum. Auch Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, an einer Venenthrombose oder einer Verengung der Hauptschlagader leiden, müssen verzichten. Bei Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche sollte man sicherheitshalber seinen Hausarzt konsultieren. Schwangere können in die Sauna gehen, wenn sie es gewohnt sind - doch sollten sie auf einer unteren Bank sitzen. 

Viel Spaß beim gesunden Schwitzen! 

 

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